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Einkornrisotto mit Pilzen und Rucolaschaum

Geduld bedeutet in irgendeiner Form immer warten und das ist langweilig. Man kommt nicht voran, steht irgendwie auf der Stelle. So fühlt es sich zumindest an. Schon seit längerer Zeit warte ich darauf, bis mir endlich einfällt, was ich mit meinem Leben denn noch so anstellen möchte. Ich wartete auch auf Weihnachten. Dann darauf im Februar endlich meine Gastfamilie in Australien zu besuchen. Und zwischendurch immer wieder auf die richtigen Worte. Wartete ich auf eine Erleuchtung? Fragt mich nicht, ich weiß es nicht. Was ich weiß: Ich war ein bisschen verloren (wie wir alle manchmal), aber nicht völlig verloren und rappelte mich wieder auf. Es tut sich was. Ich warte manchmal trotzdem noch, dann gehe ich aber los. Ich lerne und will mehr wissen. Dazu kann ich euch hoffentlich bald mehr erzählen.

Was ich endlich noch weiß im Bezug zu der langen Flaute auf meinem Blog: Es mangelte nie und mangelt immer noch nicht an Rezeptideen, eine Schreib-/Kopfblockade ist der Grund. Ich koche oder/und backe jeden Tag und liebe es wie eh und je. Meine Muss-ich-unbedingt-kochen-oder-backen-Liste ist endlos lang und wird immer länger. Neues getestet wird die ganze Zeit. Jetzt muss nur noch der Kopf ausgeschaltet werden. Heute fange ich damit an.

Um auf die Geduld und das Warten zurückzukommen: Dieses Rezept erfordert beides. Falls ihr gehofft hattet, diesen Part zu umgehen, empfehle ich euch dieses Rezept. Oder auch dieses. Falls nicht, dann nehmt euch dieses Risotto mit Einkorn für das Wochenende vor. Es erfordert Geduld, ja. Es belohnt dann aber auch mit einem cremigen und hübschen Ergebnis wie ich finde. Und manche würden vielleicht behaupten, dass das ständige und gemächliche Umrühren einen wieder auf den Boden zurückholen kann, von welchem Hoch oder Tief auch immer. Ich zähle mich dazu.

Andrea Fičala hat das tolle Buch geschrieben, aus dem dieses Rezept stammt. Sie zieht damit das konsequent durch, wonach ich mich die meiste Zeit ernähre: Vegetarisch, saisonal und mit Superfoods aus der Region. Das heißt dann zum Beispiel Einkorn anstatt Quinoa, Lein- anstelle von Chiasamen und lieber in einen ehrlichen Bergkäse in guter Bio-Qualität von der Alb investieren anstatt hochverarbeiteten Tofu zu kaufen nur weil er vegan ist. (Und Reste verwerten. Ich habe in meiner Version des Rezeptes übriggebliebenen Parmesan verwendet.)

PS: Dafür, dass ich mir eine Schreibblockade einbilde (mehr ist es meistens eh nicht) und mir leise gesagt habe „Lisa, auch ein Rezept ohne Text hat einen Nutzen für den Leser bzw. die Leserin“ steht hier jetzt dann doch ordentlich was drin. Manchmal muss man halt einfach nur anfangen. Lasst es euch schmecken!

ALTE GETREIDESORTEN liefern ein Plus an wertvollen Inhaltsstoffen. Der Gehalt an Aminosäuren, Mineralstoffen und Vitaminen ist in Einkorngetreide deutlich höher als beispielsweise in Weizen. Der Rucola ergänzt das Gericht um Senföle, die ein aktives Immunsystem unterstützen.“ – Andrea Fičala

Einkornrisotto mit Pilzen und Rucolaschaum

Zutaten für 2–3 Personen nach Andrea Ficala:

FÜR DAS RISOTTO:

2–3 150 g Kräuterseitlinge

1 kleiner Bund Petersilie

1 Bund Suppengemüse (Porree, Karotten, Petersilien-
wurzel, Knollensellerie und Pastinake

2 Knoblauchzehen

2 EL Öl

250 g Einkornreis

250 ml Weißwein

1/2 l Gemüsebrühe

Saft von 1 Zitrone

150 g würziger Hartkäse (z.B. Bergkäse), gerieben

FÜR DEN SCHAUM:

1 Handvoll Rucola

150 ml (Hafer-)Sahne

Salz und Pfeffer

Pilze in Stücke schneiden. Petersilie und Knoblauch hacken. Suppengemüse fein würfeln.

Öl in einer tiefen Pfanne oder einem großen Topf erhitzen. Suppengemüse und Knoblauch darin anrösten. Einkorn kurz mit rösten und mit Weißwein ablöschen. Immer wieder umrühren und auf kleiner Hitze köcheln lassen, bis der Wein verkocht ist. Salzen und pfeffern.

Nach und nach die Gemüsebrühe zugießen. Nicht zu viel Flüssigkeit auf einmal dazugießen. Das Risotto erreicht sonst nicht die nötige Cremigkeit. Gut rühren und jedes Mal warten, bis der Reis die Flüssigkeit nahezu ganz aufgesaugt hat. Das dauert ca. 20 Minuten. Probieren, ob der Einkornreis angenehm bissfest ist. Eventuell noch etwas Wasser nachgießen.

Pilze dazugeben und ein paar Minuten mit garen. Petersilie, Zitronensaft und Käse untermischen. Abschmecken.

Rucola und Sahne schaumig aufmixen. Gemeinsam mit dem Risotto anrichten. Mit mehr Petersilie und geriebenem Käse servieren.

Unterwegs in Vietnam: Hoi An bis Phu Quoc

Der zweite und letzte Teil meines Vietnam-Guides kommt spät, ich weiß! Nach der Cat-Ba-Insel sind wir von Hai Phong nach Danang geflogen, das etwa eine halbe Stunde Autofahrt von Hoi An entfernt liegt. Danach ging es nach Nha Trang, Lake Lak und Dalat über Mui Ne nach Ho-Chi-Minh-Stadt und weiter, zum finalen Stop, auf die Insel Phu Quoc. Das Fazit gleich zu Beginn: Wer die unglaublich vielfältige und mindestens genau so frische Küche schätzt, der kann Vietnam nicht nicht besuchen.

Hoi An: Frisches vom Markt

HOI AN

In dieser bunten, wuseligen, kleinen Stadt, haben wir uns nach den ersten aktiven Tagen in Vietnam (Trekking in Sapa, Kayaking und SUPing auf Cat Ba) ein paar Tage ausgeruht: Kochkurs, Spa, Schneider, um ein paar Highlights zu nennen…

GESCHLAFEN

The Corner Homestay: vom Haus aus ist man in zwei Minuten zu Fuß in der Altstadt, das Homestay liegt unterhalb; Nam, er scheint so etwas wie der Manager hier zu sein, ist ein sehr netter Kerl, der sich immer um das Wohl der Gäste sorgt. Wahrscheinlich haben wir deswegen drei Mal das Zimmer gewechselt, jedes Mal ging es eine Etage höher und immer wurde es ein Stückchen größer. Die Frühstückkarte ist in Ordnung: Pho Bo, Eier, Banh Mi, Pancakes oder Obstplatte. Wir haben uns sehr wohl gefühlt.

ESSEN

  • Nu Eatery: fast vergessen – wie konnte ich nur! Ein Geschmackserlebnis; fast nur Touristen, keine Einheimischen; etwas teurer, aber das ist es wert!
  • White Rose: es  gibt  nur zwei Gerichte: „White Rose“ und „Hoi An Pizza“; alle schwärmen von „White Rose“, ein Gericht, dass es nur in Hoi An gibt; hier soll es am besten schmecken.
  • Rosie’s Café: süßes Café  in einer Seitenstraße, wenn man mal keine Pho Bo zum Frühstück möchte; gegessen/getrunken: Avocado-Toast mit Ei und Tomate, Ei gebacken in Paprika mit Toast, Bananen-Pancake (eher Bananenbrot), Jasmin-Tee und vietnamesischer Kaffee. Lecker! Plus: Besitzerin näht u.a. Kleider, Mäppchen und Tücher aus wünschen Stoffen und verkauft sie im Nebenraum. Hier habe ich gleich Geschenke für meinen nächsten Trip nach Australien gekauft (ich sitze gerade schreibend im Zug von Sydney nach Harden, um meine ehemalige Gastfamilie zu besuchen.)
  • Cocobox: kaltgepresste  Säfte, Smoothies, Kaffee und kleine Snacks inklusive Verkauf von lokaler Feinkost wie Honig, Gewürzen und Kaffee.
  • Tagesmarkt (mitten in der Altstadt): zum Schlendern und Probieren (Bananen-Pancakes!); drinnen kann man in verschiedenen Garküchen lecker essen, z.B. Cao Lau (Nudeln, die es nur in Hoi An gibt) oder Reis-Pancakes mit Shrimps.
  • Reaching Out Teahouse: hier wird geflüstert – oder mit kleinen beschrifteten Holzblöcken kommuniziert; ruhige, angenehme Atmosphäre für ein bisschen Ruhe nach den wuseligen Straßen; getrunken: Kräutertee und Limettenlimo zum selbst verfeinern mit Ingwer-, Zimt-Honig oder Zuckersirup.
  • Chips & Fish: kleines aber  feines Fisch-Restaurant mit nettem Inhaber.
  • Streetfood: Es gibt wieder einiges zu entdecken und probieren und man ist wie jedes Mal am besten bedient, wenn man da isst, wo es gut riecht, ansprechend aussieht und viele Menschen stehen. Das ist z.B. bei den kleinen Küchlein aus Süßkartoffeln und Kokos so. Oder bei kleinen Schüsselchen gefüllt mit Reis und Shrimp-Sauce (Thu Banh Beo) – sehr, sehr fein!

Hoi An: Tee-Zeremonie

MACHEN

  • Herbs & Spices Kochschule:in kleiner Runde (vier Leute insgesamt; unüblich und anders bei den vielen anderen Kochschulen vor Ort: wir haben eine Gruppe mit mindestens zehn Leuten auf dem Markt getroffen) hat uns Phap Basics der vietnamesischen Küche beigebracht: u.a. Fischsaucen-Dip, frittierte Frühlingsrollen, Fisch gegart in Bananenblättern; beim Gang über den Markt wurden Zutaten für das Menü eingekauft und unbekannte Früchte und Kräuter erklärt; Fisch und Fleisch liegen hier zwar überall ungekühlt trotz Hitze auf den Tischen herum, sind aber so frisch, dass es nirgends auch nur einen Hauch streng riecht; zur Kochschule gehört ein Restaurant gleich ums Eck (The Little Menu).
  • Reaching Out Arts & Craft: gehört zum gleichnamigen Tee-Haus; hier gibt es wunderhübsches handgemachtes Geschirr zu kaufen, falls noch Platz im Rucksack ist.
  • Nachtmarkt: täglich von 18 bis 22 Uhr; Leckereien auf die Hand plus allerhand Souvenirs.
  • Palmarosa: sehr professionelles Spa mit sehr angenehmer Atmosphäre, wenn man sich mal etwas gönnen möchte – tolle Pediküre, bester Ingwertee in ganz Vietnam!
  • Nomad Yoga: eine der besten Yoga-Stunden, die ich jemals hatte: schnelle Bewegungsabläufe, sehr fordernd, sehr anstrengend und völlige Entspannung nach den 90 Minuten; ich habe meine Bauchmuskeln lange nicht mehr so gespürt.

Hoi An ist für seine vielen Schneider bekannt, die einem alles an den Leib oder die Füße schneidern, was man möchte. Sie sind Meister im Kopieren: Zeigt ein Foto von Schuh, Mantel oder Tasche und ein oder zwei Tage später könnt ihr schon zur zweiten Anpassung kommen. Folgende haben wir getestet, weil sie uns unter anderem von Mark aus Hanoi empfohlen wurden:

  • Got Hong: Schuhe, Taschen und ein sehr nettes Inhaber-Pärchen, das fair im Preis ist und schnell und sauber arbeiten.
  • Friendly Shoe Shop: Zurecht sehr hoch bewertet auf TripAdvisor und Lonely Planet. Die Mädels arbeiten schnell und professionell. Auch gut: Ist man mit der Maßanfertigung nicht zufrieden, bekommt man sein Geld zurück.
  • Tuong Tailor: Sie wissen, dass sie gut und schnell sind, und lassen es sich auch bezahlen. Handeln lohnt sich. Hosen und Mäntel wurden genauso, wie wir es uns vorgestellt haben.

Hoi Ans Streetfood: Gedämpfte Reisküchlein mit Shrimppaste

Cao Lau Nudeln gibt es nur in Hoi An

NHA TRANG

Hier hat es uns am wenigsten von allen besuchten Orten gefallen. Der Grund: laut, sehr touristisch, dreckig. Vielleicht haben wir der Stadt aber keine echte Chance gegeben und unseren ersten Eindruck endgültig entscheiden lassen. Ein Tag hat uns gereicht. Am nächsten Morgen sind wir von hier zu einem zweitägigen Motorrad-Trip in Richtung Dalat aufgebrochen. Die Tour war rückblickend eine der schönsten (die Landschaft!) und interessantesten Erfahrungen (Essen, Landwirtschaft und der vietnamesische Alltag) unserer Reise.

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Azura Hotel: ruhig, saubere Zimmer, nichts Besonderes, aber mehr brauchten wir nicht.

ESSEN + TRINKEN

  • Ganesh: eine indische Kette mit mehreren Standorten in Vietnam; wir waren insgesamt fünf Mal indisch essen, weil wir auch diese Küche in Vietnam für uns entdeckt haben. (Wir haben wirklich verdammt gut gegessen in diesen vier Wochen.)
  • Pho Hong: das erste Essen auf unserem Motorrad-Trip, zu dem uns unser Guide Chunky Monkey alias Tuan mitgenommen hat und die beste Pho Bo auf unserer ganzen Reise!
  • Nghia Bia Hoi: ein kleiner unscheinbarer Laden, in dem viele Einheimische sitzen und wo man ganz gemütlich auf kleinen roten Plastikstühlen frisch gebrautes und gezapftes „Bia Hoi“ trinken kann.

MACHEN

  • Easy Riders: eine Motorrad-Tour durchs Hinterland? Oh ja! Man kann selber fahren oder Beifahrer sein; die Trips starten von einem Tag, können aber auch bis zu mehreren Tagen gebucht werden; unsere Tour: zwei Tage, Übernachtung am Lak Lake, Endstation war Dalat. Super Tour, super Guide, super viel gelernt und unglaublich lecker gegessen!
  • Sonnenbaden: es lohnt sich, ein bisschen gen Norden zu laufen/fahren, um ein paar einsamere und saubere Strände zu finden.

Im Hinterland: Mit dem Motorrad von Nha Trang nach Dalat

DALAT

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Dalat Central Hostel: sehr zentral und trotzdem angenehm von der Lautstärke her; sehr nette Mädels an der Rezeption, die gutes Englisch sprechen und auch verstehen; am besten einen Roller für Ausflüge (Tempel, K’ho Coffee, …) mieten; Frühstück ist ok, wie überall gibt es aber bestimmt bessere lokale Spots.

ESSEN + TRINKEN

  • Da Quy: vietnamesische Küche; unbedingt probieren: Fisch im Tontopf.
  • 13 Cafe-Bar: wie Zuhause im eigenen Wohnzimmer; gemütliches Restaurant/Bar mit viel Deko, Sofas und Tischen.
  • Goc Ha Thanh: vietnamesische Küche nur ein paar Häuser weiter; unbedingt probieren: saure Suppe mit Shrimps – sehr fein!
  • Streetfood: eigentlich wollten wir zu Trong Dong, ein weiteres vietnamesisches Restaurant. Rechts daneben aber war eine Garküche, wo viele Einheimische saßen. Wir wissen nicht, was genau wir da gegessen haben (gelbe Nudeln, Schweinefleisch?), es war aber die richtige Entscheidung.

MACHEN

  • Elephant Waterfalls: wir haben hier während der Motorrad-Tour auf dem Weg nach Dalat gehalten; macht Spaß: imposant, man muss ein bisschen klettern und wer möchte, bekommt seine Abkühlung.
  • Crazy House: ein komisches, verwinkeltes Haus mit vielen kreuz und quer verlaufenden Treppen, das immer noch nicht fertiggestellt ist. Man kann ein bisschen umherlaufen, klettern und sich aus dem Fokus der asiatischen Selfie-Sticks ducken.
  • K’ho Coffee: Rolan ist schon die vierte Generation ihrer Familie, die Kaffee anbaut. Mit ihrem amerikanischen Mann hat sie das Geschäft vor vier Jahren ausgebaut und kann dadurch den Menschen aus ihrem Stamm Arbeit und eine Zukunft bieten. Wir sind spontan hingefahren und wurden herzlich empfangen und herumgeführt. Am Ende gab es eine Kaffee-Verköstigung. So entsteht also Kaffee.

Unreif geerntete Pfefferkörner werden zu grünem Pfeffer

Aufgetischt: Mittagspause zwischen zwei Etappen in Richtung Dalat

Zwischenstopp: Reis trocknet in der Mittagssonne

MUI NE

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Mui Ne Backpacker Village: viel los, Party, Pool – ein gehobeneres Backpacker-Hostel; der Pool ist super, das angrenzende Restaurant auch und es gibt viel Auswahl zu fairen Preisen.

ESSEN + TRINKEN

  • Mui Ne Backpacker Village: großzügige Auswahl an vietnamesischen Klassikern, aber auch Burger, Pasta und Co.; die Säfte und Smoothies sind lecker.
  • Ganesh: unser vietnamesischer Lieblingsinder; wie jedes Mal: super lecker!
  • Vi Dieu (vegetarisch): keiner versteht Englisch, Karte (es steht drei Mal „vegetable soup“ drauf) und Lokal sind unscheinbar und dann wird man mit Suppen, Salaten und Hauptgerichten überrascht, die selten so gut geschmeckt haben.
  • Sindbad: einer der besten Döner, die wir jemals gegessen haben. Punkt.

MACHEN

  • Strand: man muss ganz selbstbewusst durch eines der vielen Strandresorts laufen, als gehöre man zum Inventar, dahinter ist der schöne und saubere Strand mit feinem Sand.
  • Sanddünentour: die Stops: weiße und rote Sanddünen, Fischerörtchen und der Fairy Stream sieh nächster Punkt; kostet ca. 5 bis 6 Euro und wird meistens im Hostel angeboten; eine Tour früh am Morgen buchen lohnt sich, wegen der Hitze, die mit fortschreitender Uhrzeit unbarmherziger wird, und dem Sonnenaufgang bei den Dünen.
  • Fairy Stream: ein drei bis vier Meter breiter Bach aus Sand, das Wasser bedeckt gerade einmal die Füße; er schlängelt sich durch die Landschaft und man selber läuft mit der Strömung – schön und gemütlich! Der letzte Stop unserer Dünen-Tour.
  • (Kite-)Surfen: haben wir nicht gemacht, kann man aber überall am Strand lernen/tun.

Angekommen: Traditioneller vietnamesischer Kaffee vor der Berglandschaft Dalats

HO-CHI-MINH-STADT

Hanoi und das frühere Saigon sind wie Tag und Nacht, größer könnte der Unterschied nicht sein. Wie schon gesagt, Hanoi ist wie ein riesiges Dorf. Ho-Chi-Minh-Stadt eher wie eine westliche Metropole.

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Saigon Central Hostel: ein ruhiges Hostel in einem Hinterhof gerade so weit abseits gelegen, dass man es zu Fuß nicht zu weit zum Beispiel zum Backpacker-Viertel und zum Ben-Thanh-Markt hat.

ESSEN + TRINKEN

  • Ben Thanh-Markt: hier gibt es in einer Art Food-Court verschiedene Stände mit den unterschiedlichen traditionellen und modernen Gerichten Vietnams.
  • Secret Garden: durch einen Hinterhof gelangt man in das Treppenhaus eines Wohnhauses. Ganz oben wartet eine Dachterrasse mit moderner Einrichtung, Lampions und Lichterketten; wir konnten uns kaum entscheiden, haben deshalb viele verschiede Gerichte bestellt. Fazit: traditionelle Küche perfekt in Szene gesetzt.
  • L’Usine: manche würden das Wort „Hipster“ zur Beschreibung nehmen; modernes, geradliniges Café/Restaurant/Bar/Shop, das hippe Gerichte und Kaffee wie wir ihn kennen (ohne Zucker, auch den schwarzen) serviert und eine Ecke für besondere Klamotten, Schuhe, Taschen und Feinkost reserviert hat.
  • Pasteur Street Brewery: auch hier ist der Craft-Beer-Trend angekommen, in dieser Bar zurecht: es gibt eine großzügige Auswahl an selbst gebrauten Ales und Co.
  • BiaCraft (1 + 2): same same but different: Craft Beer, zu dem amerikanische Klassiker wie Burger bestellt werden können.
  • Baba’s Kitchen: günstig und sehr lecker; ein Inder inmitten des lauten und anstrengenden Backpacker-Viertels; weil wir indisch so lieben und wir in Vietnam bekanntlich ein paar Mal beim Inder essen waren, ist dieser hier unserer Meinung nach besonders zu empfehlen.

Tagesanbruch in der Wüste Mui Nes

MACHEN

Das Mekong-Delta und seine schwimmenden Märkte haben wir aus zwei Gründen ausgelassen. Zum einen hätten wir nicht mehr viel Zeit gehabt und es irgendwie reinquetschen müssen, da der Flug nach Phu Quoc schon länger gebucht war. Zum anderen wurde uns tatsächlich abgeraten: Anscheinend verlagern sich die traditionellen Märkte auf dem Wasser leider immer mehr in die Handelszentren an Land. Diese Orte haben wir aber besucht:

  • Kriegsopfermuseum: ein Muss auch für Geschichtsmuffel; u.a. sehr schön, interessant, aufreibend und erschreckend zugleich: die Ausstellung der verschiedenen Kriegsfotografen.
  • Cu-Chi-Tunnel: wieder ein Muss und als Tagestrip buchbar; auf den Spuren der Vietcong, die sich während dem Vietnamkrieg in ihrem früher 200 km langen Tunnelsystem vor den Amerikanern versteckt haben; man kann selber durch einen kleinen Gang kriechen, es gibt eine kleine Kostprobe der simplen und stärkenden Küche (gekochte Maniokwurzeln, die in Erdnusszucker gedippt werden) und man kann schießen. Das kann man gut finden oder auch nicht.
  • CGV Cinemas: wer der hektischen Stadt für ein paar Stunden entfliehen möchte, der geht ins Kino: Die meisten Filme werden in Originalsprache und mit vietnamesischem Untertitel gezeigt.

Reisküchlein auf Phu Quoc: Eine der vielen bunten/frischen/sauleckeren Mahlzeiten

PHU QUOC

Für die Insel haben wir uns die letzten vier Tage unserer Reise reserviert. Ein letztes Mal in der Sonne entspannen, richtig gut essen und die angefangenen Bücher fertiglesen. Es lohnt sich gleich zu Beginn einen Roller zu mieten.

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Q-Hao Hostel: das etwas imposantere Hostel inklusive Jacuzzi, Rooftop-Bar (Gäste bekommen jeden Abend zwischen 17 und 18 Uhr ein Bier aufs Haus) und Billiardtisch. Die (Doppel-)Zimmer sind sauber, großzügig und die Betten bequem, der Strand ist fünf Minuten entfernt und das Essen ist lecker und günstig.

ESSEN + TRINKEN

  • Sugar Cane Juice: Frischen Zuckerrohrsaft gibt es überall und eisgekühlt an kleinen Ständen – immer wieder lecker!
  • Seafood (ungefähr hier): Wenn frischer Fisch und Co., dann hier! An der „Fischbar“ kann man sich seine Lieblinge aussuchen und frisch grillen lassen. Dazu gibt es Reis und Bier. Simpel, frisch, supersuperlecker – wir waren zwei Mal hier.
  • Nachtmarkt: völliger Touristenmagnet, völlig überfüllt, aber trotzdem eine Rollerfahrt wert. Unbedingt probieren: interessanter Kokos-Snack aus Karamellfäden (ihr wisst, was gemeint ist, wenn ihr die Damen an ihrem kleinen Stand seht), gerolltes Eis, Souveniers und wieder viiiel Seafood.
  • Rory’s Beach Bar: Die Bar wird von einem Australier und seiner Familie geführt und ist unter Backpackern schon eine kleine Institution. Hier kann man den ganzen Tag mit Blick auf das Meer essen und trinken, abends wird die Musik aufgedreht und das Lagerfeuer angezündet. Einer von zwei Orten, wo man sich den Sonnenuntergang einmal angeschaut haben sollte. Wer möchte, kann sich ein SUP ausleihen und auf dem ziemlich ruhigen Wasser den Strand entlang paddeln.
  • Q-Hao Rooftop Bar: Der zweite Ort für den Sonnenuntergang ist dieser hier. Von der Bar auf dem Dach des Hostels kann man wunderbar den Tag ausklingen lassen, ein Bierchen trinken und die Sonne dabei beobachten, wie sie im Meer versinkt.
  • Winston’s Burger: Burger und Pommes – sehr leckere Burger und Pommes!

Phu Quoc: Zu Besuch auf einer ökologischen Bienen-Farm

MACHEN…

…mit dem Roller die Insel erkunden:

  • Sao Beach: von unserem Hostel aus haben wir etwa 40 Minuten mit dem Roller bis in den Süden der Insel gebraucht. Es lohnt sich: weißer Strand, klares Wasser.
  • Bienen-Farm: Wer sich für (biologische) Landwirtschaft interessiert und dafür, wie es unserem Planeten in Zukunft geht, der sollte dem netten Besitzer dieser Farm einen Besuch abstatten. Er führt euch durch sein kleines Paradies, zeigt euch seine Avocado- und Mangobäume und erzählt euch, warum ihm seine Bienen und sein vielfältig bepflanzter Garten so wichtig ist. Zum Schluss gibt es Honigkuchen und Honiglimonade – lecker!
  • Besuch einer Fischsaucen-Fabrik: Es gibt ein paar auf der Insel, wir haben die der berühmten Red Boat Fishsauce besucht. Wer vorher anruft (bzw. vom Hostel oder Hotel anrufen lässt) kann sich eine Tour (inklusive etwas komplizierte Anfahrt und Verköstigung) geben lassen. Mindestens so spannend wie Wein!

Tschüss Vietnam – man sieht sich manchmal zweimal im Leben!

Polentapizza mit zweierlei Käse

Das hier war kein geplantes Mittagessen: Ich saß über meiner Buchhaltung, meine Mama war zu Besuch und plötzlich war es 13.30 Uhr. Wir hatten Hunger.

Eine halbe rote Zwiebel wartete im Kühlschrank auf Verwendung. Meine drei letzten Möhren hatten schon zu viele verdächtige braune Stellen, für die Kleinste konnte ich nichts mehr tun. Ein Schluck Mandelmilch stand noch vom Frühstück neben dem Herd. Und der Maisgrieß war dann die logische Konsequenz, weil in der ersten Reihe im Küchenschrank.

Ich kann mir gut vorstellen, dass sich außer Pecorino und Möhren auch andere Käse- oder Gemüsesorten und Kräuter gut kombinieren lassen. Schaut einfach mal, was ihr daheim habt und werdet kreativ. Die Zubereitung dauert dann keine 20 Minuten. Und: Feldsalat mit einem Quittendressing passt toll dazu.

Polentapizza mit Möhren, roten Zwiebeln, Rosmarin und zweierlei Käse

Zutaten für 2–3 Personen, inspiriert von Donna Hay:

2–3 mittelgroße Möhren

½–1 rote Zwiebel

1 Knoblauchzehe

1 EL Rosmarinnadeln, besser frisch als getrocknet

380 ml ungesüßte Mandelmilch oder normale Milch

170 g Maisgrieß/Polenta

50 g Pecorino-Käse, frisch gerieben

180 g Weichkäse wie Camembert, Brie, Taleggio oder Munster

Ofen auf 200 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen.

Möhren in feine Scheiben hobeln, Zwiebel halbieren und in dünne Ringe schneiden. Knoblauch fein hacken.

Etwas Olivenöl in einer Pfanne auf mittlerer Stufe erhitzen. Zwiebeln und Karotten 5 Minuten andünsten. Knoblauch und Rosmarin dazugeben und 2 Minute mitbraten. Beiseitestellen.

Milch in einem kleinen Topf zum Kochen bringen. Polenta nach und nach mit einem Schneebesen unterrühren bis sie andickt. Vom Herd nehmen, Pecorino untermischen und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Ein Backblech mit Backpapier auslegen. Die Polenta ca. 3 cm dick im Rechteck darauf verstreichen. Mit dem Weichkäse belegen, die Karotten-Zwiebel-Mischung darauf verteilen und 10 Minuten im Ofen backen, bis die Polenta an manchen Stellen goldbraun wird. (Ich war ungeduldig und habe meine ein wenig früher rausgeholt.) In Stücke schneiden und sofort zum Beispiel mit Feldsalat servieren.

So einfach geht Briocheteig

Ich bin ein bisschen stolz auf mein allererstes Brioche. Es ist so, wie ich es mir vorgestellt habe: dezent süß, wolkenweich, so dass es nachgibt und wieder in seine Ausgangsform zurückspringt, drückt man es zusammen. Ich glaube, das Geheimnis zu diesem Ergebnis ist die lange Gehzeit. Die Zutaten werden erst ein paar Minuten zu einem elastischen Teig geknetet. Dann wandern sie in einer gebutterten Schüssel und locker zugedeckt mit einem sauberen Küchentuch mindestens acht Stunden in den Kühlschrank – gerne auch länger. Der goldgelbe Briocheteig darf sich dann in aller Ruhe und die ganze Nacht nach links und rechts, nach oben und unten strecken. Die Zutaten verbinden sich und die Hefe vollbringt ihren Bläschenzauber.

Diese lange Ruhezeit hat noch einen weiteren Vorteil: Ich hebe nicht alle zehn Minuten ungeduldig das Geschirrtuch und bin enttäuscht, weil sich kaum etwas tut. Ich lasse los und vertraue. Dass die Hefe ihre Arbeit macht und ich in der Zwischenzeit andere Dinge erledige (schlafen, arbeiten, schreiben). Schritt für Schritt, ohne ständige Kontrolle. Und am Ende kommt dabei ein zufriedener Briocheteig heraus. So wird der süße Hefeteig zur Metapher von jedem Prozess, der vor sich geht, von meinem ganzen Tag, wenn nicht sogar vom ganzen Leben jedes Einzelnen. Schritt für Schritt und mit Zuversicht und Gelassenheit zum großen Ganzen eben.

Dieses Grundrezept kann man als Brot in eine Kastenform geben (Backzeit: ca. 35 Minuten bei 180 Grad) oder zu mehreren Knoten drehen (Backzeit: ca. 20 Minuten bei 180 Grad). Ich habe mich für einen einzigen und riesengroßen Zimt-und-Zucker-Knoten entschieden.

Etwas abkühlen lassen und mit Puderzucker bestäuben. Schmeckt (mir) am besten noch lauwarm in Kaffee getunkt.

Zimt-Brioche-Knoten

abgewandelt von Französisch Kochen:

500 g Mehl

60 g Zucker

1/2 TL Salz

250 ml Milch

1 Würfel frische Hefe

60 g Butter

1 Ei

etwas geschmolzene Butter + Zimt und Zucker

Puderzucker zum Bestäuben

Butter schmelzen und abkühlen lassen.

Milch leicht erwärmen (lieber zu kalt als zu heiß, damit die Hefepilze nicht abgetötet werden) und die Hefe darin auflösen.

Mehl, Zucker und Salz in einer Schüssel vermengen. Hefemilch und Ei dazugeben und von Hand, einfacher mit dem Knethaken in einer Küchenmaschine verkneten. Die Butter dazugeben.

Zutaten etwa zehn Minuten zu einem homogenen Teig kneten. Er sollte schön elastisch und nicht zu trocken sein. Ist er sehr feucht, dann erst einen Esslöffel und eventuell noch einen zweiten unterkneten.

In eine gebutterte Schüssel geben und mit einem sauberen Küchentuch abdecken. Nur wenn es sein muss und absolut keine Zeit bleibt: Eine Stunde bei geschlossenem Fenster in der Küche stehen lassen, bis sich das Volumen verdoppelt hat. Besser: In den Kühlschrank stellen und zwar am besten über Nacht, mindestens aber acht Stunden. Meinen habe ich nach 15 Stunden weiterverarbeitet.

Die Schüssel mit dem Teig nach dem Kühlschrankgang etwa 30 Minuten vor dem Verwenden auf die Arbeitsplatte stellen. Dann auf einem bemehlten großen Holzbrett oder auf der Arbeitsfläche einmal kurz durchkneten.

Teig zu einem Rechteck ausrollen, dünn mit etwas geschmolzener Butter bestreichen und mit Zimt und Zucker bestreuen. Aufrollen.

Die Teigrolle mittig längs zerteilen. Die Enden aufeinander drücken, die beiden stränge etwas in die Länge ziehen und zu einer lockeren Kordel drehen.

Eine eckige oder runde Form mit Butter einfetten und den Riesenknoten reinlegen. Die Enden aneinander drücken.

Den Ofen auf Ober-/Unterhitze und 180 Grad einstellen. Den Briocheknoten gleich auf die mittlere Schiene geben. Jetzt geht der Teig ein zweites Mal. Für noch mehr Saftigkeit könnt ihr eine Tasse Wasser auf den Ofenboden stellen (habe ich bei diesem Backgang jedoch nicht gemacht und es wurde trotzdem super.) Sobald der Ofen aufgeheizt ist, auf die Uhr schauen: Nach etwa 25 bis 30 Minuten sollte das Brioche goldbraun sein und herrlich duften.

Schnelle Vanille-Mascarpone-Creme

Bevor dieses wirre und irre Jahr zu Ende geht, möchte ich mich doch noch einmal zu Wort melden. Gerade habe ich mit einer Freundin das Silvesteressen geplant (es gibt Lasagne und Spekulatius-Tiramisu). Und dann dachte ich: Vielleicht seid ihr genau so früh oder noch später dran als wir. Und vielleicht habt ihr euch freiwillig per Handzeichen gemeldet, als es darum ging, wer den Nachtisch mitbringt. Gerade war doch noch Silvester und schon steht der Jahreswechsel an. Für diejenigen unter euch also habe ich etwas Süßes in meinem Fotoalbum gefunden. Ich habe diese Creme schon einmal bei meinem ersten Dinner im Oben Studio serviert. Mascarpone und Vanille passt wunderbar zu Apple Crumble und noch besser zu lauwarmem (und dem einfachsten) Schokoladenkuchen. Und, wenn es besonders schnell gehen soll, dann schmeckt dieses Dessert auch herrlich so pur wie es ist. Wer mag, der streut jetzt noch ein paar getrocknete Blüten darüber. Die müssen aber auf keinen Fall sein.

In diesem Sinne: Was war das für ein Jahr! Wir sehen, lesen und hören uns 2017. Dankedankedanke fürs Lesen, Liken, Kommentieren, Nachkochen und -backen!!! Ich freue mich immer sehr, wenn ihr euch freut und bin schon ganz gespannt, was uns das nächste Jahr (kulinarisch) lehrt. Auf ganz bald – eure Lisa.

Vanille-Mascarpone-Creme

nach einem Rezept aus Natürlich Backen mit Amber Rose


500 g Mascarpone

3 Eigelb, Größe L

150 ml Zuckerrübensirup (z.B. von Goldsaft)

1 Vanilleschote

Mascarpone in einer großen Schüssel verrühren. Vanillemark aus der Schote kratzen.

Eigelbe, Sirup und Vanille in einer kleinen Schüssel vermengen und unter die Mascarpone rühren. Mit Folie abdecken und bis zur Verwendung im Kühlschrank aufbewahren.

So einfach geht frische Pasta (+ Grünkohl-Walnuss-Pesto)

Für die Dinge, die einem wirklich wichtig sind, nimmt man sich Zeit. Ganz egal, wie voll der Terminkalender ist. Tatsächlich ist es nämlich so: Es ist ganz alleine unsere Entscheidung, zu welchen Verpflichtungen wir ja und zu welchen wir nein sagen. Macht man sich diese Tatsache  ab und zu bewusst, dann ist das ein ziemlich gutes Gefühl, wie ich finde.

Als ich letztes Jahr diesen Blog gestartet habe, da habe ich mir jede Woche die Zeit genommen mindestens einen Blogpost zu schreiben. Ich habe mir überlegt, was ich kochen oder backen möchte, dann gekocht oder gebacken und alles schön fotografiert. Dann kam das Sommerloch, ich hatte irgendwie viel zu tun in München, mit neuen Freunden und dem Sommer an der Isar. Und wieder zurück in Stuttgart, wenn ich doch mal sporadisch für einen Hefeteig oder ein schnelles Mittagessen in der Küche stand, habe ich gemerkt: Neue Rezepte testen macht mir so viel Spaß. Jetzt, nach  München, nach Vietnam, nach zu viel Gilmore Girls und Die Brücke und Pause für meinen Nacken von zu viel Schreibtischarbeit, mache ich das erste Mal Pasta selber – das ist so unglaublich einfach und ihr habe bestimmt auch an diesem Sonntag alle Zutaten dafür im Haus. Dazu gibt es ein herrliches Grünkohl-Pesto mit fast schwarz gerösteten Walnüssen. Viel Spaß beim Kneten!

Das Kneten von Hand aktiviert den Klebereiweiß im Mehl und sorgt dafür, dass die Nudeln später nicht auseinanderfallen.

Nur noch in Klarsichtfolie einwickeln und mindestens 30 Minuten ab damit in den Kühlschrank.

Selbstgemachte Pasta mit Grünkohl-Walnuss-Pesto

Für die Pasta (4–6 Portionen):

250 g Mehl

1/2 TL Salz

3 Eier, Größe L

1 Messerspitze Kurkumapulver
(optional für eine intensivere Farbe)

Die Teigmenge ergibt vier große Portionen. Reste lassen sich sehr gut einfrieren.

Wichtig: Den Teig in jedem Arbeitsschritt gut bemehlt halten.

  1. Mehl und Salz in einer Schüssel vermischen. Eine Mulde in der Mitte formen und die Eier hineingeben.
  2. Jetzt mit einer Gabel die Eier in der Mitte verrühren und nach und nach das Mehl von den Seiten dazunehmen, bis sich ein klumpiger Teig bildet.
  3. Den Teig auf eine bemehlte Arbeitsfläche oder ein großes Brett geben und von Hand ordentlich durchkneten. Erst ist die Masse weich, je mehr man knetet, desto fester wird der Pastateig.
  4. Ein Test zeigt, ob er fertig ist: Mit einem scharfen Messer in die Mitte schneiden und wenn keine Luftbläschen mehr zu sehen sind, ist der Teig fertig.
  5. Eine Kugel formen und in Klarsichtfolie wickeln. Mindestens 30 Minuten in den Kühlschrank legen.
  6. Den Teig auf einer gut bemehlten Arbeitsfläche in vier Kuchenstücke teilen. Es ist besonders wichtig den Teig ab jetzt immer gut bemehlt zu halten, damit er nicht an der Arbeitsfläche kleben bleibt oder die Nudeln aneinander haften.
  7. Wer eine Nudelmaschine hat, der hat jetzt ein leichtes Spiel. Wer nicht, der auch: Drei der vier Teile mit Mehl bestäuben, an den Rand der Arbeitsfläche schieben und mit einem Küchentuch abdecken, damit sie nicht austrocknen.
  8. Den vierten Teil mit ausreichend Mehl sehr dünn ausrollen. Dabei immer wieder wenden und danach mit einem scharfen Messer in die gewünschte Größe schneiden.
  9. Kleine Nudelnester formen, nochmals mit Mehl bestäuben.
  10. Jetzt die frischen Nudeln entweder direkt 3–4 Minuten kochen werden, auf der Arbeitsfläche trocknen und für später in einen luftdichten Behälter verstauen oder als Viertel eingewickelt in Frischhaltefolie einfrieren.

Länge und Breite der Pasta kann jeder selbst bestimmen.

Für das Grünkohl-Walnuss-Pesto:

1 Knoblauchzehe

120 g Grünkohl

140 g Walnusskerne (geröstet)

Zeste und Saft von einer Zitrone

1/4 TL Salz

3–4 EL Olivenöl

Salzwasser in einem Topf zum Kochen bringen. Knoblauch fein hacken und die Grünkohlblätter von großen Stielen befreien und klein schneiden.

Wer keinen Mixer hat, der gibt jetzt alle Zutaten für das Pesto in eine hohe Schüssel und mixt mit dem Pürierstab alles so lange klein, bis eine cremige Masse entsteht.

Gekochte Pasta auf einen Teller geben, mit ein paar Löffeln Pesto vermischen und ein bisschen Kochwasser dazugeben, um das Pesto cremiger zu machen. Meersalz, Pfeffer und ein paar Walnüsse drübergeben – fertig!

Das restliche Pesto hält sich in einem verschraubten Glas bis zu einer Woche im Kühlschrank.

Schnell gemixt: Grünes Pesto aus Grünkohl, Walnüssen, Knoblauch und Zitronenabrieb und -saft.

Unterwegs in Vietnam: Hanoi, Sapa, Cat Ba Insel

Wir essen uns durch Vietnam – reisen um zu essen, wie es Katharina Seiser nennt, trifft es wahrscheinlich auf den Punkt. Vom Norden in den Süden, vier Wochen lang, um dort zu essen, wo es auch die „Locals“ tun, wo es unser Reiseführer vorschlägt oder die Menschen empfehlen, die wir auf dem Weg treffen. Wir beide, mein Freund Thomas und ich, sind nicht wirklich die Sightseeing-Fraktion. Wir lieben es zu schlendern und unsere Route an den kulinarischen Highlights festzumachen. Wir sehen viel von Land und Leuten und bleiben spontan dort, wo es uns gefällt. Am 24. Oktober 2016 haben wir uns in den Flieger gesetzt. Und am Anfang, da war Nord-Vietnam: Eine Zusammenfassung an (für uns) bewährten Adressen zum Schlafen, Essen und Machen.

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HANOI

Die Hauptstadt ist wie ein riesengroßes Dorf, wo alles auf den Straßen stattfindet. Der Verkehr, die Läden, das Street Food – von außen betrachtet, wirkt alles wie ein einziges Chaos. In sich aber scheint alles einwandfrei zu funktionieren.

SCHLAFEN

B&B Hanoi Hotel (ehemals Hostel): am Rande der Altstadt; mittendrin, trotzdem etwas ruhiger; kurzer Weg zum Hoan Kiem See; Managerin Sue und alle anderen sind super freundlich und hilfsbereit.

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„Bun Rieu Cua“ oder Reisnudeln und zartes Rindfleisch in Krabbenbrühe mit Tomaten…

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… und so sieht die Garküche von der Straße aus aus.

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Frittierter Tofu mit Reisnudeln, Gurke und frischen Kräutern

ESSEN + TRINKEN

Sobald der Hunger kommt, hat man es leicht: Man setzt sich dort hin, wo es fantastisch riecht und viele Einheimische sitzen. So simpel und unglaublich lecker. In den Garküchen wurden wir kein einziges Mal enttäuscht. Und: Man bezahlt meistens nicht mehr als ein bis zwei Euro pro Gericht. Es gibt wahrscheinlich nirgends ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis. Die bewährten Street-Food-Verkäufer halten die Stellung schon über viele Jahre und spezialisieren sich meistens auf ein einziges Gericht. Also einfach auf einen freien Mini-Plastikstuhl quetschen und so viele Finger zeigen, wie man dampfende Schüsseln haben möchte.

  • Bun Rieu Cua: am besten zum Frühstück; öffnet um 7 Uhr morgens, serviert nur dieses eine Gericht, das schnell ausverkauft ist; Reisnudeln und Rind in einer würzigen Krabben-Tomaten-Brühe; mein Lieblingsessen bis jetzt!
  • Hong Nga: frittierter Tofu mit Reisnudeln, frischen Gurkenscheiben und Kräutern wie Minze mit (scharfer) Sauce zum Dippen; Zufallsbekanntschaft, hat einfach gut ausgesehen und gerochen und genau so war es dann auch; Tofu schmeckt eigentlich nach nichts, hier war das aber in Ordnung 😉
  • Fahrrad-Verkäufer: die Fahrräder sind vollgepackt mit frischen Früchten; Tipp: die geschälten und hübsch in Form geschnittenen Mini-Ananas, sie sind nicht zu süß, nicht zu saftig und haben die perfekte Konsistenz – den Strunk mitessen.
  • Pho BoReisnudelsuppe mit dünnen Rindfleischstreifen – der Klassiker und hier besonders gut (die Brühe!); in derselben unscheinbaren Gasse gibt es noch viele weitere Leckereien; Tipp: die Vorspeise in einem anderen „Lokal“ essen.
  • Le Hang Ga Tan: kleine Hühnchen werden in alten Bier- oder Coladosen gegart und dann in einer bitteren Brühe zusammen mit Lotussamen und Gojibeeren serviert und das schon seit Jahrzehnten. Gesund – Bitterstoffe liebt der Darm – und ein Geschmackserlebnis! Dazu das grüne Omelett bestellen.
  • Van: Fischsuppe mit frittiertem Fisch und Reisnudeln – wer Nudelsuppe liebt, ist auch hier im Himmel!
Hühnchen aus der Dose mit Gojibeeren und Lotussamen

Hühnchen aus der Dose mit Gojibeeren und Lotussamen

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Ananas-Verkäuferin

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Reisnudelsuppe mit frittiertem Fisch

Vietnam hat eine große Kaffee-Kultur und hat erst dieses Jahr Brasilien vom ersten Platz der größten Produzenten der Welt verdrängt. Überall gibt es Coffee-Shops. Ein gutes Zeichen sind die vielen Einheimischen und wenn selber geröstet und gemahlen wird. Die Vietnamesen trinken ihren Kaffee wegen dem schwülen Klima normalerweise kalt, wärmen ihn bei Bedarf (oder für Touristen) auf. Klassisch wird er mit gesüßter Kondensmilch und Eiswürfeln getrunken. Die Milch setzt sich am Boden ab und man rührt so viel um, wie man seinen Kaffee süß haben möchte. Viele Variationen ähneln eher Desserts als Kaffee. Es gibt ihn mit geeistem Joghurt, schwarzem Klebreis, Kokosnussmilch, Ei (heftig, ungesund, aber ein Klassiker und unbedingt probieren!), und und und.

  • Café Nanh San: liegt etwas vom Zentrum entfernt, die Taxi-Fahrt lohnt sich aber; man muss durch ein paar Gassen laufen, um das Art-Café zu finden; wir waren die einzigen Gäste, die drei netten Angestellten haben sich riesig über uns gefreut; lecker: Kaffee mit Kokosmilch, der eher an Eis erinnert.
  • Hippieland Coffee: um die Ecke vom Hotel inmitten der Altstadt; viele junge Vietnamesen und laute Musik; ganz nett für einen Absacker am Abend.
  • Café Duy Tri: gibt es schon seit 1936; die Kaffeebohnen werden frisch gemahlen; unbedingt probieren: Kaffee mit geeistem Joghurt (und rotem Reis).
  • Bia Hoi: „draught beer“ gibt es an jeder Straßenecke; das lokale Bier wird jeden Tag frisch gebraut; schmeckt mild-herb, hat wenig Kohlensäure und steigt nicht sofort in den Kopf.
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Im Café Duy Tri mit Tee und Kaffee (mit gesüßter Kondensmilch, geeistem Joghurt und rotem Klebreis)

MACHEN

Einfach laufen. Raus aus dem Hotel und rein ins Getümmel. Das hat sich für uns bewährt, um einen Eindruck von der Stadt und den Menschen zu bekommen. Meistens läuft man am Straßenrand neben dem Gehweg. Einfach aus dem Grund, weil diese von den kleinen Garküchen belegt sind. Dann aber Achtung vor Roller, Bus und Taxi, die hupend an einem vorbeifahren. Wer über die Straße möchte: Ein bisschen nach rechts und links gucken, vermehrt aber einfach laufen, sonst wartet man ewig. Habt ihr ein bestimmtes Ziel, das ein wenig weiter weg liegt, lohnt sich ein Taxi. Viele Fahrer hauen Touristen übers Ohr. Diese zwei Unternehmen wurden uns ans Herz gelegt: „Taxi Group“ und die grünen „Mai Linh“-Taxis. Darauf achten, dass das Taximeter läuft.

  • Hoan Kiem See: gemütlich um den See schlendern, ein bisschen beobachten, einen Kaffee trinken; interessant: vietnamesische Studenten sprechen einen manchmal an und beten darum, mit ihnen Englisch zu üben.
  • Food Tour mit Mark oder Tu: Ein Hanoi-Highlight! Mark hat uns einen Vormittag durch Hanoi geführt und uns die unterschiedlichsten und leckersten Gerichte direkt von den Straßen probieren lassen. Ein paar stehen oben unter Essen + Trinken, andere bekomme ich nicht mehr zusammen, weil der Genuss manchmal einfach vor dem Notizblock steht. Etwas teurer, für echte Foodies lohnt es sich aber in jedem Fall!
  • Dong Xuan Market: auf dem Großmarkt wird in großen Mengen gekauft, hier schaut man also eher als dass man selber etwas kauft; wie auf allen Märkten ist es spannend zu sehen, was für eine unglaubliche Vielfalt an Zutaten es in Vietnam gibt.
  • Omamari Spa: eine Einrichtung, die Sehbehinderte ausbildet und beschäftigt; sehr nettes Personal, tolle Massagen; etwas außerhalb, am besten ein Taxi nehmen.
  • Lotte Center: im 65. Stock sieht man rundherum über die Stadt; abends ist kaum etwas los, das Ticket kostet weniger und man hat einen tollen Blick über Hanoi.
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Auf dem Großmarkt

Hoan Kiem See

Hoan Kiem See

SAPA

Nächste Station! Die Landschaft um Sapa zeichnet sich durch ihre vielen Reisterrassen aus. Ethnische Minderheiten leben hier, die ihre eigene Sprache und einen noch sehr ursprünglichen Lebensstil haben: den Garn für ihre Kleider zwirbeln sie aus getrockneten Mais-Pflanzen (Sih, die uns durch die Berge führte, stellte während unserer Wanderung Fäden her) und gekocht wird über dem offenen Feuer, die Schweine gehen ein und aus. Ein toller Einblick in den Alltag der Kultur.

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Sih mit ihrem Mais-Garn

TRANSPORT

Mit dem Nachtzug kommt man direkt von Hanoi aus nach Lao Cai. Von dort aus geht es mit einem Pick-up-Bus in ungefähr einer Stunde direkt nach Sapa. In der gleichen Zeit, jedoch in die entgegengesetzte Richtung, gelangt man von Lao Cai aus auch nach Bac Ha, wo es eine ähnliche Landschaft, eine große Anzahl an Märkten und weniger Touristenströme geben soll.

MACHEN

Der Pick-Up-Bus wurde von Sapa O’Chau organisiert. Die Agentur hat eine Hmong-Frau mit folgendem Ziel gegründet: Die Kinder der ethnischen Minderheiten im Land sollen in die Schule geschickt werden und so eine Perspektive ermöglicht bekommen. Wir haben von Hanoi aus diese Trekking-Tour gebucht: am ersten Tag 14 Kilometer durch die Landschaft und die Dörfer wandern, am zweiten Tag knappe 10 Kilometer und dazwischen Zuhause im Homestay bei einer Familie übernachten. Wir haben viel über Land und Leute gelernt. Vor allem aber, dass wir irgendwie doch alle gleich sind, Kommunikation auch mit Sprachbarriere möglich ist und uns alle nur die Kultur und die Art, Dinge anzugehen, voneinander unterscheidet. Und: Das traditionelle heiße Bad am Abend aus aufgekochten Heilpflanzen war un-glaublich!

Sapa an sich ist dreckig, laut und die Luft ist schrecklich. Überall – das fällt uns fast bei jeder Station auf – wird (für die Touristen?) gebaut. Kein Hotel zu buchen und somit eine Nacht länger zu bleiben ist definitiv eine gute Entscheidung gewesen. Das Büro von Sapa O’Chau inklusive Café war unser Ausgangspunkt: Hier haben wir vor der Trekking-Tour geduscht und gefrühstückt und am nächsten Tag nach unserer Rückkehr die Wartezeiten verbracht, bis wir den Nachtzug zur nächsten Station genommen haben.

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Zuhause bei den Roten Dao

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Traditionelles Abendessen für die ganze Familie

CAT BA INSEL

Die Halong-Bucht an sich ist ein Muss, wenn man Vietnam besucht. Von anderen Reisenden haben wir oft gehört, dass man im oberen Teil der Bucht, von Halong-Stadt aus startend, vor lauter Booten das Wasser nicht mehr sieht. Wir haben uns schon vorher für die Cat Ba Insel im Gegensatz zu Halong-Stadt entschieden. Weil es dort so schön ist und weil man hier den Vorteil hat, von unten, also von einer anderen Seite, in die ruhige Gewässer zu gelangen. Denn: Lan Ha und Halong – beide liegen in ein und derselben Bucht. Der einzige Unterschied ist das unterschiedliche Verwaltungsgebiet. Während die Halong-Bucht mehr im Norden liegt und zu Halong-Stadt gehört, zählt Lan Ha zu Hai Phong.

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Aussichtspunkt „Cannon Fort“

ESSEN + TRINKEN

  • Family Bakery: Frühstück; wir waren überrascht: das Brioche schmeckt wie ein Brioche schmecken soll, die Baguette-Sandwiches (mindestens genau so gut wie in Deutschland) gibt es ab 15.000 Dong (ca. 60 Cent) mit Ei, Thunfisch, Käse, usw.
  • Phuong Nhung: auch „Blue Chairs“ genannt, weil blaue Stühle vor dem Lokal stehen und sich keiner den Namen merken kann; gute vietnamesische Küche; gegessen: gedünsteter Fisch mit Ingwer, Nudelsuppe mit Shrimps.
  • Buddha Belly: toll für Veganer, da komplett auf Ei und Milchprodukte verzichtet wird; lecker: täglich wechselndes Menü für 30.000 Dong p.P.
  • Like Coffee: Frühstück, Smoothies und guter Kaffee.

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MACHEN

  • Cannon Fort: zu Fuß braucht man etwa 30 Minuten zum Aussichtspunkt. Belohnt wird man mit einem tollen Blick auf die Bucht.
  • Asia Outdoors: hier ist richtig, wer auch im Urlaub gerne aktiv ist. Unsere Tour: Kayak am Morgen, Stand Up Paddling (SUP) am Mittag inklusive Bootsfahrt und leckerem Lunch; gesichtet: eine Lagune, von wo aus wir in eine Höhle getaucht sind (wir hatten Glück: Ebbe!) und eine beträchtliche Anzahl an Cat Ba Langure (es leben nur noch rund 60 insgesamt – wieder Glück gehabt, gleich rund zehn auf einmal zu sehen); das perfekte Ende eines wirklich tollen Tages: Yoga im Dunkeln, am Strand, die Wellen rauschen, Kerzenlicht bewegt sich im Wind – so schön war das!

Von hier aus ging es nach Hoi An (Schuhmacher, Schneider und Kochkurs), danach nach Nha Trang (dreckiger Strand, leckerschmecker indisches Essen) und von dort aus mit dem Motorrad in zwei Tagen nach Dalat (Schlaglöcher, tolle Landschaft und wo der Pfeffer wächst). Fortsetzung folgt… 

8 Schüsseln voll Glück

Ich bin wieder zurück aus dem wunderschönen München, zurück auf meinem Blog, meinem Lieblingsprojekt. Es war ein wenig still in den letzten drei Monaten, aber das wird jetzt hoffentlich anders. Ihr dürft euch auf Rückblicke nach Paris und München freuen – und auf ein paar Eindrücke und Rezepte von meinem ersten Dinner im Oben Studio!

Ich war also nicht untätig hinter dem Herd. Und während meinem Praktikum bei Lust auf Genuss, slowly veggie und das schmeckt! durfte ich jeden Tag genau das tun, was ich sonst immer tue, wenn ich eigentlich arbeiten sollte: über Essen recherchieren, über Essen schreiben, selber Essen machen. Die folgenden Rezepte sind in den letzten drei Monaten für den veggie-Blog entstanden:  acht Schüsseln voll Glück.

Grüner Power-Salat

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Bananen-Eiscreme mit Brombeersauce

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Panzanella mit Pfirsich und Avocado

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Wassermelonen-Salat mit Feta und Minze

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Cremige Parmesan-Polenta mit Ofen-Tomaten

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Avocadocreme 2.0 mit (fast) selbst gemachten Tortillachips

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Bunte Hummus-Bowl

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Veganer Schoko-Pudding mit Kokosjoghurt

Processed with Snapseed.

Processed with Snapseed.

Focaccia mit Tomaten und karamellisierten Zwiebeln

Seit etwa sechs Wochen bin ich jetzt schon in München. Halbzeit also – Bergfest sozusagen. Hier in Bayern, im Münchner Sommer, scheint die Zeit zu rasen und ich mit ihr. Morgens um sieben Uhr bohren mich die Handwerker auf dem Dach aus dem Schlaf, schnell duschen und anziehen und ab auf’s Fahrrad. Dann mache ich mich auf den Weg in die Arbeit. Vorbei an der Frauenkirche, durch den unteren Teil des Englischen Gartens. Ich fahr an Joggern und dem Eisbach vorbei, lasse den Biergarten am Chinesischen Turm und die Isar hinter mir. Ich liebe es  um acht Uhr über die Wege zu fahren – so früh morgens und ohne Slalom den Menschenmengen ausweichend.

Auf dem Blog ist das erste Mal seit dem ersten Post vor über einem Jahr ein wenig Ebbe. Das liegt zum einen daran, dass ich den ganzen Tag arbeite. Und zwar nicht von daheim aus, wo nebenher eine Suppe auf dem Herd köchelt oder eine Tarte im Ofen bäckt. Zum anderen liegt es daran, dass ich eine Mini-Küchenzeile habe, zwei Herdplatten, keinen Backofen und meine ganzen schönen Teller und Schüsseln aus Portugal zuhause in Stuttgart auf mich warten.

Wenn ich dann am Wochenende heim fahre, nutze ich es aus, einen Backofen zu haben. Ich mache dann Bananenbrot, Lasagne und Cookies. Und vergangenes Wochenende gab es eben diese fluffige Focaccia mit süßen Tomaten (die schmecken jetzt im Sommer so gut wie nie im Jahr), roten Zwiebeln (erst karamellisiert und dann mit Balsamico abgelöscht) auf einem Rosmarin-Hefeteig und getoppt mit fein gehobeltem Parmesan. Schmeckt am besten einfach so, mit einem leckeren Dip oder zum Grillen mit Freunden.

Wahrscheinlich sollte Focaccia fluffiger, weicher, dicker sein. Den Teig länger gehen lassen wäre wahrscheinlich die Lösung. Wer also mehr Zeit einplant als ich und nicht erst mit dem Kochen und Backen anfängt, wenn der Magen schon knurrt: Bitte den Teig das erste Mal etwa 1,5 Stunden gehen lassen. Das zweite Mal, also wenn die Focaccia schon geformt auf dem Backblech liegt, am besten nochmals mindestens 30 Minuten quellen lassen. Hefe und Teig und vor allem ein Hefeteig hängt von der Geduld seines Bäckers ab.

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Focaccia mit Tomaten und karamellisierten Zwiebeln

1 TL Rosmarinnadeln

1/2 Würfel frische Hefe

500 g Mehl

1/2 TL Salz

10 EL Olivenöl

350 ml lauwarmes Wasser

3 EL Polenta oder Weckmehl

4 rote Zwiebeln

2 EL brauner Zucker

5 EL Balsamicoessig

300 g Cherrytomaten

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Mehl und Salz in einer großen Schüssel vermischen und eine Mulde in die Mitte drücken. Hefe zerbröckeln und mit Rosmarin reingeben. Etwas Wasser hinzuschütten und ein bisschen verrühren, damit sich die Hefe auflöst. Zugedeckt zehn Minuten quellen lassen.

Restliches Wasser und Olivenöl dazugeben. Etwas 10 Minuten zu einem glatten Teig kneten. Abgedeckt 30 Minuten quellen lassen.

In der Zwischenzeit Zwiebeln schälen, halbieren und in Scheiben schneiden. Etwas Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und Zwiebeln darin auf mittlerer Hitze 10 bis 15 Minuten weich dünsten. Balsamico und Zucker dazugeben. Weiter unter Rühren dünsten, bis der Essig verkocht und die Zwiebeln karamellisiert sind. Beiseite stellen.

Tomaten waschen, halbieren und ein wenig ausdrücken. Beiseite stellen.

Ein Backblech mit Backpapier auslegen und mit der Polenta oder dem Weckmehl bestreuen.

Hefeteig auf einer bemehlten Arbeitsfläche nochmals durchkneten. Mit der Faust in die Mitte drücken und dann grob und ungleichmäßig zu einem Fladen formen. Auf das vorbereitete Backblech geben. Die Zwiebeln darauf verteilen und leicht in den Teig drücken. Abgedeckt 10 Minuten quellen lassen.

Ofen auf 180°C Ober-/Unterhitze vorheizen.

Tomatenhälften gleichmäßig verteilt in den Teig drücken. Salzen und für 20 Minuten backen. Ofenhitze auf 240°C erhöhen und weitere 15 Minuten fertig backen.

Kurz abkühlen lassen, anschneiden und zum Beispiel mit einem Sommersalat servieren.

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Artischocken mit Ei-Dip

An Pfingsten ging es für mich und meine Familie für zwei Wochen nach Südfrankreich. Wir bewegten uns kaum. Für mehr als morgens zur Boulangerie um die Ecke und nach dem ersten frischen Baguette direkt zum Strand reichte es oft nicht. Das ist auch gut so. Jeden zweiten Tag machten wir uns vielleicht auf zum Wochenmarkt in eines der umliegenden, malerisch auf Hügeln gelegenen Dörfer – Meerblick und Croissant plus Café au lait zum Tunken inklusive. Und manchchmal, um 11 Uhr nach dem Frühstück, schafften es alle Cousinen zur Aquagymnastik. Das wiederum kam inklusive jungem, braungebranntem Animateur in Shorts, Muskelshirt und Sonnenbrille mit verspiegelten Gläsern. Und Clubmusik, Schwimmwürsten und die immer gleiche kleine Gruppe Rentner natürlich.

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Abends tranken wir nach einem frühen Abendessen unseren kühlen Weißwein mit Eiswürfeln (im Urlaub ist fast alles erlaubt) am leeren Strand und spielten „Schwimmen“ auf unseren Handtüchern. Es gab dann „moules frites“ in Weinsauce, also Miesmuscheln mit Pommes. Oder eben Artischocken mit Ei-Dip, ein leichtes Essen an heißen Abenden, das ratzfatz zubereitet ist, nach einem Pi-mal-Daumen-Rezept meiner Tante Claudia. Und wenn ich an solche Momente denke, wie wir abends eingemummelt in Hoodie und Leggins als Schutz vor fiesen Stechmücken auf der Terrasse sitzen, dann wiegen die tausend Mal mehr als alles, was aktuell an diesem schönen Flecken Erde passiert.

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Artischocken mit Ei-Dip à la Tante Claudia

Zutaten für 4 als Vorspeise
oder 2 Personen als leichte Hauptmahlzeit

4 große Artischocken

1 Zitrone

Salz

5 hart gekochte Eier

2 Becher Crème fraîche

1 Handvoll Cornichons

4–5 EL Cornichon-Essigwasser

1 Handvoll Radieschen

1 TL Dijonsenf

1 Handvoll frische Kräuter wie Petersilie, Schnittlauch, … was ihr da habt!

Salz

Pfeffer

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Bei jeder Artischocke ein Stück vom Strunk abschneiden. Einen großen Topf voll Salzwasser zum Kochen bringen.

Zitrone halbieren und eine Hälfte zusammen mit den Artischocken in das Wasser geben. Auf mittlerer Hitze etwa 20 bis 25 Minuten garen. Wenn man mit einem Messer leicht in die Artischocken stecken kann, sind sie fertig.

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In der Zwischenzeit die hart gekochten Eier pellen und fein hacken. Cornichons, Radieschen und Kräuter auch fein hacken. Crème fraîche in eine Schüssel geben und mit etwas Essigwasser und 2 EL Zitronensaft aus der anderen Zitronenhälfte cremig rühren. Eier, Cornichons, Radieschen, Kräuter, Senf und etwas Pfeffer unterrühren. 10 Minuten ziehen lassen.

Artischocken vom Herd ziehen. Dip nochmals umrühren und eventuell mit Salz abschmecken.

Artischocken aus dem Wasser nehmen, auf jeweils einen Teller legen und mit beliebig viel Dip servieren. Von außen nach innen, Blatt für Blatt dippen, aussaugen und bis zum Artischockenherz vorarbeiten. Das ist nämlich der beste Teil.

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