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Unterwegs in Vietnam: Hoi An bis Phu Quoc

Der zweite und letzte Teil meines Vietnam-Guides kommt spät, ich weiß! Nach der Cat-Ba-Insel sind wir von Hai Phong nach Danang geflogen, das etwa eine halbe Stunde Autofahrt von Hoi An entfernt liegt. Danach ging es nach Nha Trang, Lake Lak und Dalat über Mui Ne nach Ho-Chi-Minh-Stadt und weiter, zum finalen Stop, auf die Insel Phu Quoc. Das Fazit gleich zu Beginn: Wer die unglaublich vielfältige und mindestens genau so frische Küche schätzt, der kann Vietnam nicht nicht besuchen. HOI AN In dieser bunten, wuseligen, kleinen Stadt, haben wir uns nach den ersten aktiven Tagen in Vietnam (Trekking in Sapa, Kayaking und SUPing auf Cat Ba) ein paar Tage ausgeruht: Kochkurs, Spa, Schneider, um ein paar Highlights zu nennen… GESCHLAFEN The Corner Homestay: vom Haus aus ist man in zwei Minuten zu Fuß in der Altstadt, das Homestay liegt unterhalb; Nam, er scheint so etwas wie der Manager hier zu sein, ist ein sehr netter Kerl, der sich immer um das Wohl der Gäste sorgt. Wahrscheinlich haben wir deswegen drei Mal das Zimmer gewechselt, jedes …

Polentapizza mit zweierlei Käse

Das hier war kein geplantes Mittagessen: Ich saß über meiner Buchhaltung, meine Mama war zu Besuch und plötzlich war es 13.30 Uhr. Wir hatten Hunger. Eine halbe rote Zwiebel wartete im Kühlschrank auf Verwendung. Meine drei letzten Möhren hatten schon zu viele verdächtige braune Stellen, für die Kleinste konnte ich nichts mehr tun. Ein Schluck Mandelmilch stand noch vom Frühstück neben dem Herd. Und der Maisgrieß war dann die logische Konsequenz, weil in der ersten Reihe im Küchenschrank. Ich kann mir gut vorstellen, dass sich außer Pecorino und Möhren auch andere Käse- oder Gemüsesorten und Kräuter gut kombinieren lassen. Schaut einfach mal, was ihr daheim habt und werdet kreativ. Die Zubereitung dauert dann keine 20 Minuten. Und: Feldsalat mit einem Quittendressing passt toll dazu. Polentapizza mit Möhren, roten Zwiebeln, Rosmarin und zweierlei Käse Zutaten für 2–3 Personen, inspiriert von Donna Hay: 2–3 mittelgroße Möhren ½–1 rote Zwiebel 1 Knoblauchzehe 1 EL Rosmarinnadeln, besser frisch als getrocknet 380 ml ungesüßte Mandelmilch oder normale Milch 170 g Maisgrieß/Polenta 50 g Pecorino-Käse, frisch gerieben 180 g Weichkäse wie Camembert, …

So einfach geht Briocheteig

Ich bin ein bisschen stolz auf mein allererstes Brioche. Es ist so, wie ich es mir vorgestellt habe: dezent süß, wolkenweich, so dass es nachgibt und wieder in seine Ausgangsform zurückspringt, drückt man es zusammen. Ich glaube, das Geheimnis zu diesem Ergebnis ist die lange Gehzeit. Die Zutaten werden erst ein paar Minuten zu einem elastischen Teig geknetet. Dann wandern sie in einer gebutterten Schüssel und locker zugedeckt mit einem sauberen Küchentuch mindestens acht Stunden in den Kühlschrank – gerne auch länger. Der goldgelbe Briocheteig darf sich dann in aller Ruhe und die ganze Nacht nach links und rechts, nach oben und unten strecken. Die Zutaten verbinden sich und die Hefe vollbringt ihren Bläschenzauber. Diese lange Ruhezeit hat noch einen weiteren Vorteil: Ich hebe nicht alle zehn Minuten ungeduldig das Geschirrtuch und bin enttäuscht, weil sich kaum etwas tut. Ich lasse los und vertraue. Dass die Hefe ihre Arbeit macht und ich in der Zwischenzeit andere Dinge erledige (schlafen, arbeiten, schreiben). Schritt für Schritt, ohne ständige Kontrolle. Und am Ende kommt dabei ein zufriedener Briocheteig heraus. So wird der süße Hefeteig zur …

Schnelle Vanille-Mascarpone-Creme

Bevor dieses wirre und irre Jahr zu Ende geht, möchte ich mich doch noch einmal zu Wort melden. Gerade habe ich mit einer Freundin das Silvesteressen geplant (es gibt Lasagne und Spekulatius-Tiramisu). Und dann dachte ich: Vielleicht seid ihr genau so früh oder noch später dran als wir. Und vielleicht habt ihr euch freiwillig per Handzeichen gemeldet, als es darum ging, wer den Nachtisch mitbringt. Gerade war doch noch Silvester und schon steht der Jahreswechsel an. Für diejenigen unter euch also habe ich etwas Süßes in meinem Fotoalbum gefunden. Ich habe diese Creme schon einmal bei meinem ersten Dinner im Oben Studio serviert. Mascarpone und Vanille passt wunderbar zu Apple Crumble und noch besser zu lauwarmem (und dem einfachsten) Schokoladenkuchen. Und, wenn es besonders schnell gehen soll, dann schmeckt dieses Dessert auch herrlich so pur wie es ist. Wer mag, der streut jetzt noch ein paar getrocknete Blüten darüber. Die müssen aber auf keinen Fall sein. In diesem Sinne: Was war das für ein Jahr! Wir sehen, lesen und hören uns 2017. Dankedankedanke fürs Lesen, Liken, Kommentieren, …

So einfach geht frische Pasta (+ Grünkohl-Walnuss-Pesto)

Für die Dinge, die einem wirklich wichtig sind, nimmt man sich Zeit. Ganz egal, wie voll der Terminkalender ist. Tatsächlich ist es nämlich so: Es ist ganz alleine unsere Entscheidung, zu welchen Verpflichtungen wir ja und zu welchen wir nein sagen. Macht man sich diese Tatsache  ab und zu bewusst, dann ist das ein ziemlich gutes Gefühl, wie ich finde. Als ich letztes Jahr diesen Blog gestartet habe, da habe ich mir jede Woche die Zeit genommen mindestens einen Blogpost zu schreiben. Ich habe mir überlegt, was ich kochen oder backen möchte, dann gekocht oder gebacken und alles schön fotografiert. Dann kam das Sommerloch, ich hatte irgendwie viel zu tun in München, mit neuen Freunden und dem Sommer an der Isar. Und wieder zurück in Stuttgart, wenn ich doch mal sporadisch für einen Hefeteig oder ein schnelles Mittagessen in der Küche stand, habe ich gemerkt: Neue Rezepte testen macht mir so viel Spaß. Jetzt, nach  München, nach Vietnam, nach zu viel Gilmore Girls und Die Brücke und Pause für meinen Nacken von zu viel Schreibtischarbeit, mache ich …

Unterwegs in Vietnam: Hanoi, Sapa, Cat Ba Insel

Wir essen uns durch Vietnam – reisen um zu essen, wie es Katharina Seiser nennt, trifft es wahrscheinlich auf den Punkt. Vom Norden in den Süden, vier Wochen lang, um dort zu essen, wo es auch die „Locals“ tun, wo es unser Reiseführer vorschlägt oder die Menschen empfehlen, die wir auf dem Weg treffen. Wir beide, mein Freund Thomas und ich, sind nicht wirklich die Sightseeing-Fraktion. Wir lieben es zu schlendern und unsere Route an den kulinarischen Highlights festzumachen. Wir sehen viel von Land und Leuten und bleiben spontan dort, wo es uns gefällt. Am 24. Oktober 2016 haben wir uns in den Flieger gesetzt. Und am Anfang, da war Nord-Vietnam: Eine Zusammenfassung an (für uns) bewährten Adressen zum Schlafen, Essen und Machen. HANOI Die Hauptstadt ist wie ein riesengroßes Dorf, wo alles auf den Straßen stattfindet. Der Verkehr, die Läden, das Street Food – von außen betrachtet, wirkt alles wie ein einziges Chaos. In sich aber scheint alles einwandfrei zu funktionieren. SCHLAFEN B&B Hanoi Hotel (ehemals Hostel): am Rande der Altstadt; mittendrin, trotzdem etwas ruhiger; kurzer Weg zum Hoan Kiem See; Managerin …

8 Schüsseln voll Glück

Ich bin wieder zurück aus dem wunderschönen München, zurück auf meinem Blog, meinem Lieblingsprojekt. Es war ein wenig still in den letzten drei Monaten, aber das wird jetzt hoffentlich anders. Ihr dürft euch auf Rückblicke nach Paris und München freuen – und auf ein paar Eindrücke und Rezepte von meinem ersten Dinner im Oben Studio! Ich war also nicht untätig hinter dem Herd. Und während meinem Praktikum bei Lust auf Genuss, slowly veggie und das schmeckt! durfte ich jeden Tag genau das tun, was ich sonst immer tue, wenn ich eigentlich arbeiten sollte: über Essen recherchieren, über Essen schreiben, selber Essen machen. Die folgenden Rezepte sind in den letzten drei Monaten für den veggie-Blog entstanden:  acht Schüsseln voll Glück. Grüner Power-Salat Bananen-Eiscreme mit Brombeersauce Panzanella mit Pfirsich und Avocado Wassermelonen-Salat mit Feta und Minze Cremige Parmesan-Polenta mit Ofen-Tomaten Avocadocreme 2.0 mit (fast) selbst gemachten Tortillachips Bunte Hummus-Bowl Veganer Schoko-Pudding mit Kokosjoghurt

Focaccia mit Tomaten und karamellisierten Zwiebeln

Seit etwa sechs Wochen bin ich jetzt schon in München. Halbzeit also – Bergfest sozusagen. Hier in Bayern, im Münchner Sommer, scheint die Zeit zu rasen und ich mit ihr. Morgens um sieben Uhr bohren mich die Handwerker auf dem Dach aus dem Schlaf, schnell duschen und anziehen und ab auf’s Fahrrad. Dann mache ich mich auf den Weg in die Arbeit. Vorbei an der Frauenkirche, durch den unteren Teil des Englischen Gartens. Ich fahr an Joggern und dem Eisbach vorbei, lasse den Biergarten am Chinesischen Turm und die Isar hinter mir. Ich liebe es  um acht Uhr über die Wege zu fahren – so früh morgens und ohne Slalom den Menschenmengen ausweichend. Auf dem Blog ist das erste Mal seit dem ersten Post vor über einem Jahr ein wenig Ebbe. Das liegt zum einen daran, dass ich den ganzen Tag arbeite. Und zwar nicht von daheim aus, wo nebenher eine Suppe auf dem Herd köchelt oder eine Tarte im Ofen bäckt. Zum anderen liegt es daran, dass ich eine Mini-Küchenzeile habe, zwei Herdplatten, keinen Backofen und …

Artischocken mit Ei-Dip

An Pfingsten ging es für mich und meine Familie für zwei Wochen nach Südfrankreich. Wir bewegten uns kaum. Für mehr als morgens zur Boulangerie um die Ecke und nach dem ersten frischen Baguette direkt zum Strand reichte es oft nicht. Das ist auch gut so. Jeden zweiten Tag machten wir uns vielleicht auf zum Wochenmarkt in eines der umliegenden, malerisch auf Hügeln gelegenen Dörfer – Meerblick und Croissant plus Café au lait zum Tunken inklusive. Und manchchmal, um 11 Uhr nach dem Frühstück, schafften es alle Cousinen zur Aquagymnastik. Das wiederum kam inklusive jungem, braungebranntem Animateur in Shorts, Muskelshirt und Sonnenbrille mit verspiegelten Gläsern. Und Clubmusik, Schwimmwürsten und die immer gleiche kleine Gruppe Rentner natürlich. Abends tranken wir nach einem frühen Abendessen unseren kühlen Weißwein mit Eiswürfeln (im Urlaub ist fast alles erlaubt) am leeren Strand und spielten „Schwimmen“ auf unseren Handtüchern. Es gab dann „moules frites“ in Weinsauce, also Miesmuscheln mit Pommes. Oder eben Artischocken mit Ei-Dip, ein leichtes Essen an heißen Abenden, das ratzfatz zubereitet ist, nach einem Pi-mal-Daumen-Rezept meiner Tante Claudia. Und wenn ich an solche …

Erdbeer-Rhabarber-Pie

Ich liebe Stuttgart. Im Moment noch mehr als irgendwann zuvor. Im November letzten Jahres, als langsam der Winter kam, bin ich hergezogen. Erst seit ein paar Tagen, jetzt wo der Sommer mehr oder weniger zuverlässig da ist, kann ich bei offener Balkontür auf dem Sofa sitzen, auf meinem Schoß der Laptop. Im Hintergrund höre ich bis in den fünften Stock hinauf die Autos in unregelmäßigen Abständen vorbeifahren, wie sie vor der Kreuzung innehalten, rechts vor links beachten oder auch nicht. Irgendwo ist eine Baustelle. Die Sonne scheint auf unseren grasgrünen Balkontisch und ich sehe gerade, dass ich das Rosmarinbäumchen ein wenig überwässert habe. „Wenn du nicht fliegen kannst, dann renne. Wenn du nicht rennen kannst, dann laufe. Wenn du nicht laufen kannst, dann krieche. Aber was du auch tust, du musst dich vorwärts bewegen!“  Martin Luther King Jetzt, wo ich mich gerade so gut eingelebt habe, ständig neue, tolle, interessante Menschen kennenlerne, immer unterwegs bin, sich neue Dinge ergeben, jetzt zieht es mich für drei Monate nach München. In die Redaktion von „Lust auf Genuss„, …