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Bananen-Knuspermüsli

„Ich hatte irgendein Oberteil mit Spaghettiträgern an und einen roten knielangen Volantrock, und barfuß war ich – das weiß ich noch als wäre es gestern gewesen“, erzählt mir meine Mutter. Ich sitze hinten, sie sitzt vorne neben meinem Vater auf dem Beifahrersitz und erzählt von einem vergangenen Sommer als sie ungefähr in meinem Alter war. Die Fenster sind offen, es riecht nach kaltem Regen auf heißem Asphalt. „An dem Tag hat sich die Hitze wie eine Wand aufgebaut, ich war im angenehm kühlen Haus, ich weiß gar nicht mehr, was genau ich gemacht habe. Und auf einmal fängt es draußen an zu regnen – der erste Sommerregen seit langem. Und ich bin wie ich war nach draußen gerannt und habe mir eine Abkühlung geholt – das hat so gut getan!“

Gerüche und Musik haben eine unglaubliche Kraft vergangene Momente wieder aufleben zu lassen: Man fühlt sich wieder genauso geborgen, genauso traurig, genauso glücklich wie „damals“. Dunkelblaue Niveacreme ist der Geruch meiner Kindheit – meine Mutter cremt sich bis heute noch nach jedem Kontakt mit Wasser die Hände damit ein. Bei Sweet Disposition von The Temper Trap verpasst meine Freundin Hannah immer den Einsatz – ein Lied, bei dem ich jedes Mal aufs Neue schmunzeln muss. Und dieses Knuspermüsli riecht nach frischem Bananenbrot, wenn es goldbraun gebacken wird. Bananenbrot, das gefühlt jeder Australier mindestens einmal die Woche aus dem Ofen holt, das es dort an jeder Ecke zu kaufen gibt und mit einem Geruch, der mich direkt mitten nach New South Wales aufs Land bringt. Dorthin wo ich eine der schönsten Zeiten meines bisherigen Lebens hatte.

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Inspiriert von Jamie Olivers Granola

Ergibt etwa eine große Box voll Müsli:

3 Tassen grobe Haferflocken

1/2 Tasse Pekannüsse, grob gehackt

3/4 Tasse Walnüsse, grob gehackt

3 EL Leinsamen

1/2 TL Salz

1 reife Banane, zerdrückt

3 EL Öl (Kokosöl, Olivenöl, …)

3 TL Zimt

3/4 Tasse flüssige Süße (Agavendicksaft, Honig, …)

nach Belieben: Kakaopulver, Stückchen der Lieblingsschokolade, Rosinen oder getrocknete Cranberries, getrocknete Bananen, die Lieblingsnüsse, …

Den Backofen auf 180°C vorheizen. Ein tiefes Backblech lückenlos mit Backpapier auslegen, zur Seite stellen.

Haferflocken, Nüsse, Leinsamen und Salz in einer großen Schüssel vermischen. In einer kleineren Schüssel die Banane so gut zerdrücken, bis sie eine fast dickflüssige Konsistenz hat.

Das Kokosöl, den Zimt, den Agavendicksaft und ich habe bei diesem Müsli noch Backkakaopulver hinzugegeben, in einen kleinen Topf geben, erhitzen. Wenn sich alle Zutaten gut vermischt haben, zu der zerdrückten Banane in die Schüssel geben. Mit einem Schneebesen klumpenfrei mixen.

Die Masse in die große Schüssel mit dem Müslimix geben. Verrühren bis alles gut miteinander vermengt ist und die Haferflocken und Nüsse mit der süßen Flüssigkeit überzogen sind.

Die Mischung gleichmäßig auf das vorbereitete Backblech verteilen und etwa 30 Minuten oder bis das Müsli sichtbar braun wird backen. Nach 15 Minuten einmal durchmischen, damit sich keine großen Klumpen bilden. Ist es fertig gebacken, ein bisschen lockern und unbedingt komplett abkühlen lassen, sonst wird es nicht knusprig sondern schmeckt eher alt und lätschern.

Abfüllen (ein bisschen grob gehackte Zartbitterschokolade untermischen) und verschenken oder selber essen. Mit Joghurt, mit frischen Früchten und Hafermilch (so mag ich es am liebsten), mit Eiscreme oder einfach pur. In einem luftdichten Behälter bleibt das Müsli ein paar Wochen frisch und knusprig, am besten nicht direkt in die Sonne stellen.

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