Alle Artikel mit dem Schlagwort: knusprig

Erdbeer-Rhabarber-Pie

Ich liebe Stuttgart. Im Moment noch mehr als irgendwann zuvor. Im November letzten Jahres, als langsam der Winter kam, bin ich hergezogen. Erst seit ein paar Tagen, jetzt wo der Sommer mehr oder weniger zuverlässig da ist, kann ich bei offener Balkontür auf dem Sofa sitzen, auf meinem Schoß der Laptop. Im Hintergrund höre ich bis in den fünften Stock hinauf die Autos in unregelmäßigen Abständen vorbeifahren, wie sie vor der Kreuzung innehalten, rechts vor links beachten oder auch nicht. Irgendwo ist eine Baustelle. Die Sonne scheint auf unseren grasgrünen Balkontisch und ich sehe gerade, dass ich das Rosmarinbäumchen ein wenig überwässert habe. „Wenn du nicht fliegen kannst, dann renne. Wenn du nicht rennen kannst, dann laufe. Wenn du nicht laufen kannst, dann krieche. Aber was du auch tust, du musst dich vorwärts bewegen!“  Martin Luther King Jetzt, wo ich mich gerade so gut eingelebt habe, ständig neue, tolle, interessante Menschen kennenlerne, immer unterwegs bin, sich neue Dinge ergeben, jetzt zieht es mich für drei Monate nach München. In die Redaktion von „Lust auf Genuss„, …

Spargel mit Radieschen-Butter und knusprigen Kartoffeln

Spargelzeit heißt bei uns Familienzeit. Früher, als ich noch Zuhause gelebt habe, gab es gefühlt jeden Tag Spargel. Heute nehmen wir diese Zeit als einen Vorwand uns regelmäßig um einen Tisch zu setzen. Normalerweise werden dazu Schinken, Sauce Hollandaise und Kartoffeln serviert. Letzten Sonntag, um Mama (und Papa) zu feiern, habe ich mal etwas neues versucht: weißer Spargel mit Radieschen-Butter und knusprigen und goldbraunen zerdrückten Kartöffelchen. Was ich an meinen Eltern sehr, sehr schätze und wofür ich sehr dankbar bin: Sie haben mich immer machen lassen. Es war meine Entscheidung, ob und welches Instrument ich spielen (Querflöte, Klavier und bald nichts mehr), welchen Sport ich treiben (Tanzen, Volleyball und Reiten) und was ich aus meinem Leben machen möchte (Ausbildung oder Studium, Handwerk oder Geisteswissenschaft). Manchmal, in sehr selbstkritischen Phasen, dachte ich mir: Sagt mir doch einfach, was ich mit meinem Leben anstellen soll! Dann habe ich einfach das gesagt, was in meinem Kopf umherschwirrt. Dass ich nicht weiß, wohin es für mich gehen soll, dass ich das Schreiben und die Menschen, denen ich dadurch begegne, …

Pizza mal Zwei – mit Spargel und Schalotten oder Salbei und Walnüssen

Dieser braune, flüssige und eigentlich sehr fieser Geschmacksverstärker, der in kaum einem Haushalt fehlt, darf auch in keinem deftigen Essen meines Vaters fehlen. Er schüttet diese Brühe in Eintöpfe, Nudelgerichte, auf sein wachsweiches Frühstücksei (ich gebe zu, ich mache das auch)… und das jedes einzelne Mal ohne das Gericht vorher auf seine Würzigkeit zu testen. Er weiß immer schon vorher, dass es auf jeden Fall an Salz fehlt. Ob das jetzt an seinen kaputten Geschmacksknospen liegt oder daran, dass jeder andere keine Ahnung vom Kochen hat – keine Ahnung. Als ich in diese beiden weißen Pizzen gebissen habe, wusste ich sofort: Mein Papa Rudi würde seinen Kumpel M. im Schrank stehen lassen. Und das vielleicht Beste daran: Ich habe keineswegs ein halbes Kilo Salz auf den Pizzaboden geschüttet. Das intensive Aroma, der gute Geschmack kommt von frisch geriebenem Parmesan, geröstetem Salbei, gedünsteten Schalotten, Zwiebeln und Knoblauch auf der einen Pizza und von feinen Streifen grünem Spargel auf der anderen. Pizza mit gedünsteten Zwiebeln und Schalotten, Walnüssen und Salbei nach FOOD52 1 EL Olivenöl 1 mittelgroße …

Getestet: die FOODIST Gourmet Box

Ich bin ein Genießer, vor allem, wenn es um Essen geht. Ich esse meinen Lieblingsvanillejoghurt mit der falschen Seite vom Löffel, weil er dann nicht so schnell leer ist. Ich lutsche Schokolade. Und Chips knabbere ich in Mini-Happen mit meinen Schneidezähnen. Letzten Monat durfte ich die Foodist Gourmet Box testen und ich habe mich gefreut, wie ein kleines Kind. Foodist verschickt Boxen mit ausgewählten Delikatessen für eben solche oder ähnliche Genießer wie mich. Abonnenten bekommen jeden Monat ein Überraschungspaket zugeschickt. Gefüllt ist es mit lauter kleinen und besonderen Leckereien, auf die man im besten Fall bisher noch nicht selber gestoßen ist. Und dann trägt der Postbote genau so ein Päckchen zu mir in den fünften Stock… Gemüsechips von Corkers waren zum Beispiel darin, meine Lieblingschips. Kannte ich zwar schon vorher von einer anderen Marke, habe ich aber mindestens genauso genossen, wie beim allerersten Mal. Rote Beete, Süßkartoffel, Pastinake und Karotte – vielleicht für den Kopf ein bisschen gesünder als andere Chips. Sie sind knusprig und salzig und ölig, genau wie Chips eben zu sein haben. I like. Ginger Beer von Cornish Orchards …

Gratinierter Chinakohl

Schon mal Chinakohl zubereitet? Ich noch nie – bis ich diesen Kopf von der letzten LOKAL-Tour mitgebracht habe. LOKAL – Das Kochexperiment ist ein Koch-Projekt, bei dem es um regionale und lokale Lebensmittel geht. Ich bin ein Teil davon, unendlich dankbar dabei zu sein und stolz auf das, was unser Team schon alles geschafft hat. „Das ganze Tier“, das ist das Motto von Bio-Koch Simon Tress und Bio-Pionier Georg Schweisfurth. Es wird nichts verschwendet. Auch nicht das Gemüse, das von leidenschaftlichen und wirklich hart arbeitenden Landwirten über Monate gepflegt wurde. Wenn Chinakohl übrig ist, dann wird eben Chinakohl zubereitet. Mein Wunsch war, dass das Gericht mit wenig Zutaten und minimalem Aufwand auf dem Tisch stehen kann. Das waren die Anforderungen an das Rezept, das ich an einem düsteren und verregneten Mittwochabend machen wollte. Ich habe es ein bisschen an mich und die Zutaten in meinem Kühlschrank angepasst und das ist dabei herausgekommen. Schmeckt vor allem toll zu Brot, mit dem man dann die würzige Sahnesoße auftunken kann. Zutaten für zwei Personen: 1 Zwiebel, fein gehackt 1 Knoblauchzehe, fein gehackt …

No-Knead Bread

Ich bin ganz zufällig über dieses Rezept gestolpert: ein No-Knead Bread, also einem Brot, das ohne das lange Kneten des Teiges auskommt. Ich verliere mich in letzter Zeit ziemlich oft in kulinarischen Videos, zwischen den einzelnen Zubereitungsschritten, den Einblicken in die privaten Küchen der besten Köche und Köchinnen der Welt und den eigentlich so simplen Tricks der Profis. Das Geheimnis bei diesem Rezept ist der geringe Anteil an Hefe im Vergleich zu Mehl, eine sehr lange Gehzeit von mindestens 12 Stunden und ein unglaublich heißer Bräter. Ein Bräter kostet ein bisschen, lohnt sich aber, weil man darin Gulasch, jegliche Art von Braten, zum Beispiel dieses Brot und noch unendlich viele andere Gerichte ohne viel Aufwand zaubern kann. Das Video, in dem der bekannte (und leider ehemalige) New York Times Food-Autor Mark Bittman den Bäcker Jim Lahey in seiner Backstube besucht, könnt ihr euch hier anschauen. Es ist wirklich so einfach wie es aussieht. Im Grunde genommen macht die lange Ruhezeit die ganze Arbeit und ihr habt mit ein bisschen Geduld einen zähen Teig, der Fäden zieht und lauter Bläschen gebildet …

Easy-peasy Pizzateig

Erst gestern habe ich mit einer jungen Frau gesprochen, die ich bei einer Produktion in Lech am Arlberg kennengelernt habe. Sie ist in den Bergen aufgewachsen und dort tief verwurzelt. Jetzt soll aus ihrer Leidenschaft ein Geschäft entstehen. Sie fängt unter anderem damit an, darüber zu schreiben, was sie besser kennt als ihre eigene Westentasche: die Berge, den Schnee, die Natur. Das einzige kleine Problem: Schreiben, das hat sie in dieser Form noch nie zuvor getan. Den besten Tipp, den ich als Schreiberling von einem besseren Schreiberling jemals erhalten habe, ist der, ehrlich und authentisch zu sein und in einfachen verständlichen Sätzen zu schreiben. Als würde ich meiner besten Freundin erzählen und erklären, wie Getreide zu Mehl verarbeitet wird, das deutsche Rentensystem funktioniert oder sich die Verdauungsenzyme in unserem Körper verhalten. Das aufzuschreiben, was einen gerade beschäftigt, und einfach drauflos zu tippen. Sich keine Gedanken über Perfektion zu machen, wie ein Text auszusehen und was er zu vermitteln hat. Schreiben, schreiben, schreiben. Die Gedanken auf den Bildschirm bringen, die einen gerade eben im Kopf herumschwirren. …

Knusprig braune Pilze aus der Pfanne + Zurück auf Anfang

„Learn how to cook – try new recipes, learn from your mistakes, be fearless and above all have fun.“ – Julia Child Auf den Tag genau an meinem letzten Geburtstag, habe ich meinen ersten Post auf WHAT’S COOKING, LISA? veröffentlicht. Die Idee: Ich lerne kochen und backen. Jeden Monat sollte ich von einem anderen Chefkoch, Lieblingsblogger oder von Menschen in meinem Leben lernen, die echt was drauf haben. Am Anfang lief das auch so: Ich habe Blätterteig selber geschichtet, die geilste vegetarische Lasagne der Welt entdeckt, Marmelade mit einer Handvoll Lieblingsmenschen gekocht und andere Gerichte zubereitet, die ich so noch nicht kannte. Das hat so einen Spaß gemacht! Ich habe mich nach jedem Mal, wenn ich einen Kuchen aus dem Ofen geholt habe,  einen Teig mit meinen Händen geknetet habe oder meine handgeschmiedete Pfanne auf dem Küchenherd ausprobiert habe, ein bisschen sicherer in der Küche bewegt. Ich liebe das, ich kann abschalten und bin irgendwie voll da. In letzter Zeit hat sich der Alltag eingeschlichen. Was dabei auf der Strecke blieb: Meine Reihe an Kochbüchern hoch oben auf dem Küchenregal. …

Meine Lieblingsplätzchen

Ich weiß das natürlich: Jeder hat seine eigenen Lieblingsplätzchen. Die, die jedes Jahr mit Mama zu Weihnachten gebacken werden, während im Hintergrund Driving Home for Christmas läuft. Die, die es beim Bäcker ums Eck gibt. Oder eben die, ohne die Weihnachten nicht dasselbe wäre. Für mich sind das auf jeden Fall Vanillekipferl. Und für mich sind sie so richtig perfekt, wenn man sie wie mit Samthandschuhen hochheben muss, weil sie sonst zu zerbrechen drohen. Nimmt man sie dann in den Mund, zerfallen sie sofort und zergehen auf der Zunge. Was bleibt ist der Geschmack von Vanille, Puderzucker und Mandeln mit einem Hauch Zimt. Weihnachten eben, wie es leibt, lebt und schmeckt.   Vanillekipferl à la Mama So geht’s: Alle Zutaten in einem Mixer oder von Hand verkneten. Zu einer Kugel formen, in Folie einschlagen und etwa eine Stunde kalt stellen. Den Backofen auf 175°C vorheizen. Von dem gekühlten Teig fingerdicke Stücke trennen, zwischen beiden Handflächen rollen und zu kleinen Hörnchen formen. Auf ein mit Backpapier belegtes Backblech geben und für etwa 15 bis 20 Minuten backen. Noch warm in …

Last-Minute-Brot mit Buttermilch

Es gibt so ein paar Dinge, vor denen haben Hobbyköche und -bäcker – ich möchte jetzt nicht Angst sagen – aber sehr großen Respekt. Vor dem perfekt gebratenen Steak zum Beispiel, davor, Blätterteig selber zu schichten (obwohl es dabei nur um die benötigte Zeit geht und selbst die hält sich wirklich in Grenzen), geschmeidigen Hefeteig zu kneten oder eben auch Brot zu backen. Der Anspruch: innen saftig, außen knusprig. Ich muss zugeben: Dieses Rezept ist kein klassischer Weg, wie man sein Abendbrot oder Frühstück bäckt. Kein vorsichtiges Erwärmen der Milch, kein Warten auf die Entfaltung der Hefe, kein Gehen des Teigs. Und wenn man dann noch eine tolle Küchenmaschine eines marktführenden Herstellers besitzt, dann liegt der Aufwand ungefähr beim noch schnell den Frühstückstisch decken und Kaffee zu kochen, bevor das knusprige und zugleich weiche und warme Brot auch schon wieder aus dem Ofen geholt werden kann – 45 Minuten höchstens! Geht also auch noch ganz schnell bevor alle wach werden … Ofen auf 200°C vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier belegen. Mehl, Salz und Natron in einer großen …