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Crème Brûlée nur für mich (und liebe Menschen)

Crème Brûlée hört sich ganz schön edel an. So, als würden das nur piekfeine Damen mit perfekt polierten Silberlöffeln und abgespreiztem kleinen Finger essen. Zum Tee, versteht sich, und in der Pause zwischen dem Brunch im Bridgeclub und dem Dinner im Hause des Bürgermeisters. Vorurteile hallo. Auf jeden Fall stimmt das alles nicht, ist klar. Und ich stecke Menschen zwar sehr gerne und vor allem sehr schnell und ohne Intention in eine Schublade, bin aber auch immer dazu bereit, besagte Personen wieder aus ihrer Schublade rauszuholen. Ähnlich bei diesem cremigen, süßen Dessert mit Kruste. Die passen nämlich immer und überall, zu Mann und Frau und klein und groß.

Eigentlich ist das Rezept für eine Person gedacht:

„Sie ist cremig, sie ist köstlich und sie hat schlichte Eleganz. Ganz besonders als einsamer, stiller Genuss. Ein Förmchen. Ein Löffel. Eine knusprige Karamellkruste.“

Ja, das hört sich gut an, Fanny. Ein kleines Stückchen Glück, das sich jeder selbst bescheren kann. Aber was ist schon Glück, wenn man es nicht teilen kann? Irgendwie nur halb so schön. Ich habe das Rezept einfach auf die richtige Personenzahl angepasst und mehr Förmchen gefüllt. Eins für mich, eins für Mama (weil man nicht nur am Muttertag Danke sagen kann), eins für meine Nachbarin, weil sie mir Schlagsahne geliehen hat, eins für…

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Für 1 Person:

100 g Schlagsahne

Mark von 1/2 Vanilleschoten

2 Eigelb

1 EL feiner Kristallzucker

Brauner Zucker zum Karamellisieren

Den Ofen auf 150°C vorheizen. Wasser aufkochen.

Die Schlagsahne und das Vanillemark aufkochen. Den Schaum abschöpfen. Die Eigelbe und den Zucker schaumig rühren. Jetzt die heiße Sahne unter Rühren zur Eimasse geben und gut vermengen.

Die Schale oder mehrere Schälchen auf ein tiefes Backblech stellen und die Förmchen etwa zu 2/3 füllen. Aufgekochtes Wasser in das Backblech gießen, etwa zur Hälfte der Förmchen.

Die Creme 40 Minuten im Ofen backen, bis die Oberfläche fest wird. Vom Backblech nehmen, kurz auskühlen lassen und dann für mindestens 2 Stunden kalt stellen.

Ist die gebackene Creme gut kalt, kommt der beste Teil der Crème Brûlée: Die Kruste. Dafür investiert man am Besten in einen Handbrenner, der ist gar nicht so teuer. Sonst sieht das Endergebnis nur halbschön aus, so wie bei mir. Ich hatte keinen Brenner, also habe ich es so versucht:

Den Ofengrill auf höchster Stufe vorheizen. Jeweils eine dünne Schicht braunen Zucker auf der kalten Creme verteilen. Ist der Grill heiß, den Zucker auf der obersten Schiene ein paar Minuten karamellisieren lassen. Einen Blick drauf haben damit er nicht komplett verbrennt, das geht schnell. Rausnehmen und warm oder kalt servieren.

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